Jeder, der unser Unternehmen in De Kwakel einmal besucht hat, wird sich zweifellos an die zwei riesigen chilenischen Honigpalmen vor dem Gebäude erinnern. 2012 kamen diese 13 Meter hohen Jubaea chilensis, wie sie offiziell heißen, in unser Büro und waren seitdem das Wahrzeichen unseres Unternehmens. Am Freitag, 29. April, bekamen die beiden imposanten Palmen eine andere Adresse, wo sie noch besser zur Geltung kommen werden: im Artis-Zoo in Amsterdam. Hier verschönern sie den neuen Lebensraum der in freier Wildbahn ausgestorbenen Säbelantilopen, direkt neben dem Haupteingang.
Herausforderung für den Transport
Der Transport der beiden höchsten Palmen in den Niederlanden war mit einigen Herausforderungen verbunden. Das lag vor allem am Kippen der 14.000 Kilo schweren Palmen. Aufgrund des hohen Gewichts der Spitze und des Wurzelballens besteht nämlich die Möglichkeit, dass der Stamm beim Kippen der Palme bricht. Um dies zu verhindern, musste der Druck auf den Stamm auf zwei Punkte verteilt werden, was sage und schreibe zwei Kräne pro Baum erforderte. Ein Kran hob den Baum vorsichtig an und der andere Kran kippte den Baum.
Unmittelbar nach dem Kippen der Palme wurde der Wurzelballen zum Schutz gut verpackt. Schäden an den Wurzeln können nämlich zum Absterben des Baumes führen. Die Blätter wurden außerdem mit speziellen Hüllen verpackt, um eine Beschädigung des Krone während des Transports zu vermeiden.
Am Freitag, den 29. April, trafen die Jubaea-Palmen in den frühen Morgenstunden mit einem Spezialtransport bei Artis ein. Unter Anleitung unserer Experten wurden sie hier mit 40 m3 Erde gepflanzt.

Das Säbelantilopen-Gehege im Artis-Zoo
Der neue Standort der Jubaea chilensis-Palme liegt direkt am Haupteingang von Artis, wo sich jahrelang das Kamelgehege befand. Kürzlich starb das letzte alte Kamel von Artis und die anderen Bewohner des Geheges wurden in die Savanne weiter oben im Park verlegt. Das Kamelgehege verwandelt sich nun in ein neues Zuhause für die Säbelantilopen, eine Antilopenart, die zu den Oryxantilopen gehört. Diese Art war in den Wüsten, trockenen Steppen und steinigen Wildnissen des Nahen Ostens und Nordafrikas beheimatet. Leider wurde die Säbelgazelle seit dem Jahr 2000 nicht mehr in freier Wildbahn gesehen, daher wird davon ausgegangen, dass diese Antilopenart in freier Wildbahn ausgestorben ist. Glücklicherweise wird viel an einem Wiederansiedlungsprogramm gearbeitet, um das Tier zurückzubringen. In Tunesien wurden die ersten Zoo-Säbelantilopen in einem gut geschützten Gebiet ausgesetzt.
Im neuen Gehege wird der ursprüngliche Lebensraum der Säbelgazelle so weit wie möglich nachgeahmt. Palmen dürfen dabei nicht fehlen. Ebenso wie für die Säbelgazellen wird auch für die Jubaea-Palme ein optimaler Lebensraum geschaffen. Die Palmen sind in torffreie Erde gepflanzt, die mit einem Drainagesystem ausgestattet ist, damit überflüssiges Regenwasser ablaufen kann. Außerdem werden die Wurzelballen verankert, damit die Bäume nicht umgeweht werden können.
So vereinen sich diese besonderen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu einem wunderschönen Gehege im Artis-Zoo.

Über die Palme Jubaea chilensis
Die Jubaea chilensis oder chilenische Honigpalme stammt aus Chile und ist eine der größten Palmen der Welt. Eine ausgewachsene Palme kann in ihrem natürlichen Lebensraum eine Höhe von bis zu 30 Metern bei einem Stamm von fast 2 Metern Breite erreichen. In Westeuropa werden diese Palmen weniger robust, aber sicherlich nicht weniger beeindruckend. Die Jubaea chilensis ist eine sehr geeignete Palme für unser Klima und verträgt strengen Frost. In Montpellier (Frankreich) gibt es Palmen, die Temperaturen von -17 °C überstanden haben.
Wie die Säbelantilope ist auch die Jubaea-Palme als gefährdete Palmenart auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen- und Tierarten zu finden. Leider hat in den letzten Jahrhunderten der Druck durch das Bevölkerungswachstum, die Ausweitung der Weideflächen und die Produktion von Palmwein und Palmzucker dramatisch zugenommen, was zu einem Rückgang der chilenischen Honigpalme führte. In Chile ist die Art nur teilweise geschützt.
Die Samen werden von der chilenischen Bevölkerung „Coquitos“ genannt. Das bedeutet „kleine Kokosnüsse“. Die Samen sehen nicht nur aus wie Mini-Kokosnüsse, sondern schmecken auch wie Kokosnüsse und werden in Chile als Snack gegessen.
